Directive 8020 im Test: Wenn der Weltraum richtig unangenehm wird

Directive 8020: A Dark Pictures Game ist Supermassive Games’ bislang deutlichste Abkehr von der gewohnten Dark-Pictures-Formel — und gleichzeitig genau das Spiel, das die Reihe dringend gebraucht hat. Statt verlassener Häuser oder ländlicher Schreckensorte geht es diesmal in den Weltraum, wo klaustrophobische Enge, Paranoia und eine spürbar bedrohliche Atmosphäre den Ton angeben

Sci-Fi-Horror statt Routine

Die Grundidee sitzt sofort: Ein Forschungsschiff, eine kaputte Lage, misstrauische Figuren und eine Bedrohung, die jederzeit aus dem Nichts zuschlagen kann. Directive 8020 bedient sich klar an Alien und The Thing, wirkt aber in den besten Momenten nicht wie eine bloße Kopie, sondern wie eine eigene, eng inszenierte Horrorreise.Gerade das Setting trägt enorm viel. Der Weltraum wird hier nicht als spektakulärer Spielplatz genutzt, sondern als Raum der Isolation — genau dadurch funktioniert der Horror so gut. Mehrere Tests heben hervor, dass die Stimmung stärker und die Schreckmomente effektiver sind als in vielen früheren Supermassive-Spielen.

Spielerisch fällt sofort auf, dass Directive 8020 andere Schwerpunkte setzt als frühere Dark-Pictures-Teile. Es gibt weniger klassische QTE-getriebene Szenen, dafür mehr Schleichen, Beobachten und gezielte Bewegung durch die Umgebung.

Das ist grundsätzlich eine gute Idee, weil sich das Spiel dadurch etwas aktiver und direkter anfühlt. Allerdings sind die Stealth-Abschnitte nicht immer besonders originell und können die Spannung gelegentlich eher bremsen als steigern. Genau hier zeigt sich, dass Supermassive mutig experimentiert, aber nicht jeden neuen Ansatz bis zur letzten Konsequenz ausformuliert.

Figuren, Entscheidungen und Spannung

Ein großer Pluspunkt ist das Figurenensemble. Die Crew wirkt laut mehreren Tests interessant genug, um echte Unsicherheit zu erzeugen, und das ist für ein Spiel dieser Art extrem wichtig. Schließlich lebt das Dark-Pictures-Prinzip davon, dass du nicht nur vor Monstern Angst hast, sondern auch davor, wem du überhaupt noch vertrauen kannst. Auch die Entscheidungen fühlen sich bedeutsam an, selbst wenn das Spiel an manchen Stellen etwas stärker führt, als es Fans der Reihe vielleicht erwarten würden. Gerade dadurch bleibt Directive 8020 zugänglich, aber nicht trivial.

Struktur und Wiederspielwert

Im Vergleich zu manchen früheren Serienteilen wirkt Directive 8020 fokussierter und kompakter. Das ist einerseits gut, weil die Geschichte straffer erzählt wird, andererseits geht damit etwas von der typischen Dark-Pictures-Freiheit verloren.Besonders der Wiederspielwert wird in den Reviews unterschiedlich bewertet. Die stärkere Stealth-Ausrichtung und die klarere Führung machen das erste Durchspielen sehr intensiv, können aber spätere Runden etwas weniger reizvoll machen als bei früheren Anthology-Teilen.

Fazit

Directive 8020 ist der bisher spannendste Versuch von Supermassive Games, die Dark-Pictures-Formel weiterzuentwickeln. Das Sci-Fi-Setting, die dichte Atmosphäre und die stärkere Fokussierung auf unmittelbare Bedrohung machen das Spiel klar interessanter als einige frühere Serienableger.gamerant+2

Nicht alles sitzt perfekt, vor allem die Stealth-Passagen wirken nicht immer gleich inspirierend, und auf manche klassischen Serienelemente muss man verzichten. Trotzdem bleibt am Ende ein intensiver Horrortrip, der sich mutiger anfühlt als vieles, was die Reihe zuvor gemacht hat.