1348 Ex Voto ist eines dieser Spiele, bei denen man sofort sieht, wie viel Herzblut drinsteckt — und gleichzeitig, wie sehr es an der Umsetzung hakt. Das mittelalterliche Italien, die düstere Pest-Atmosphäre und die tragische Rettungsgeschichte sorgen für einen starken ersten Eindruck, aber das eigentliche Gameplay kommt mit diesem Anspruch nicht mit
Ein starkes Szenario
Die Grundprämisse sitzt: Du begleitest die junge Ritterin Aeta auf einer Reise durch das pestverseuchte Italien des 14. Jahrhunderts, um Bianca zu retten. Das Setting ist dabei klar einer historischen Fantasy mit ernster Tonlage verpflichtet und will vor allem cineastisch wirken. Genau daraus zieht das Spiel zunächst seinen Reiz, weil Orte, Figuren und Stimmung deutlich mehr versprechen, als viele Mittelalterspiele überhaupt anpeilen.
Auch die Präsentation kann auf den ersten Blick gefallen. Mehrere Tests loben die hübsch ausgeleuchteten Landschaften, die schaurige Grundatmosphäre und einzelne Charaktere, die visuell durchaus Eindruck machen. Dazu kommt mit Jennifer English eine namhafte Sprecherin, die Bianca zusätzliche Präsenz verleiht.

Kämpfe ohne Flow
Das Problem ist nur: Sobald 1348 Ex Voto ins Gameplay wechselt, bröckelt der schöne Schein schnell. Die Schwertkämpfe gelten in fast allen Tests als klobig, repetitiv und wenig ausgereift, mit vorhersagbaren Gegnern und einem Kampfgefühl, das nie wirklich in einen sauberen Rhythmus kommt.
Besonders deutlich wird das bei der Kamera und der Übersicht. Gerade in Kämpfen gegen mehrere Gegner kämpft das Spiel eher gegen dich als mit dir, weil Sicht und Steuerung nicht zuverlässig genug zusammenspielen. Dadurch entsteht Frust statt Spannung, und genau das ist für ein auf Combat fokussiertes Abenteuer ein ernstes Problem.
Linear und eng geführt
1348 Ex Voto ist stark linear aufgebaut und lässt kaum Raum für echte Erkundung. Zwar gibt es optionale Pfade, kleine Rätsel und sammelbare Upgrades, aber das Gesamtbild bleibt sehr eingeschränkt. Wer also auf offene Strukturen oder kreative Lösungswege hofft, wird hier schnell ausgebremst.
Hinzu kommen technische und strukturelle Macken, die das Erlebnis zusätzlich belasten. In Berichten ist von Abstürzen bei nicht vorgesehenen Wegen, statischer Welt und einer Kulisse die Rede, die hübsch aussieht, aber kaum lebendig wirkt. Dadurch bleibt vom eigentlich starken Setting oft nur die Fassade übrig.gamestar+1
Technik als Bremsklotz
Gerade technisch scheint das Spiel seine Ambitionen nicht sauber einzulösen. Mehrere Tests sprechen von durchwachsener Performance, ruckeligen Cutscenes und unruhigen Charakteranimationen. Das ist besonders schade, weil die visuelle Richtung an sich Potenzial hat und das Spiel an manchen Stellen fast wie ein hochwertiges Mittelalterdrama wirkt.
Aber: Wenn Figuren seltsam animiert sind, Kämpfe haken und das Spielgefühl nicht trägt, wird aus Potenzial schnell Ernüchterung. Genau das scheint bei 1348 Ex Voto der Fall zu sein.
Fazit
1348 Ex Voto ist ein klassischer Fall von „viel gewollt, zu wenig erreicht“. Die Atmosphäre, das mittelalterliche Italien und die tragische Erzählung haben Charme, doch das lineare Design, die schwachen Kämpfe und die technischen Probleme reißen das Erlebnis immer wieder auseinander.
Wer vor allem eine starke Geschichte und hübsche Bilder sucht, findet hier Ansätze, die Hoffnung machen. Als Spiel selbst bleibt 1348 Ex Voto aber zu oft hinter seinen eigenen Ansprüchen zurück.






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