Rise of the Tomb Raider auf Switch 2 im Test: Lara Croft fühlt sich wieder fast wie neu an

Mit Rise of the Tomb Raider landet ein echter Genre-Klassiker auf der Switch 2 – und zwar in einer Fassung, die überraschend sauber läuft und sich im mobilen Alltag richtig gut macht. Wer Lara Crofts Abenteuer noch nicht kennt, bekommt hier ein starkes Action-Adventure mit spannender Atmosphäre, knackigen Kämpfen und ordentlich Abenteuerfeeling.

Trotzdem ist das Spiel nicht frei von Makeln: Die Inszenierung ist heute stellenweise etwas angestaubt, die Story schwankt tonal ziemlich stark, und auch spielerisch merkt man dem Titel sein Alter an. Auf der Switch 2 ist das aber vor allem deshalb verschmerzbar, weil der Port technisch ordentlich daherkommt und das Ganze auf dem Handheld einfach hervorragend funktioniert.

Lara Croft in bester Überlebensform

Das 2013er Tomb Raider war der große Neustart für Lara Croft – weg von der unnahbaren Archäologin, hin zur verletzlichen Überlebenskämpferin. Genau das macht den Reiz dieses Spiels bis heute aus: Die junge Lara wird auf einer gefährlichen Insel ins kalte Wasser geworfen und muss sich dort buchstäblich durchprügeln, klettern, schleichen und überleben.

Gerade zu Beginn entfaltet das Spiel eine starke Sogwirkung. Die Insel ist rau, bedrohlich und voller kleiner Details, die ständig das Gefühl vermitteln, dass hier wirklich etwas schiefgelaufen ist. Das ist kein seichter Actiontrip, sondern ein Abenteuer mit echtem Überlebensdruck.

Problematisch ist nur, dass das Spiel seinen emotionalen Ernst nicht immer halten kann. Zwischen dramatischen Momenten, expliziter Gewalt und klassischer Blockbuster-Action pendelt es teils recht sprunghaft. Das wirkt nicht in jeder Szene so konsequent, wie es sein wollte.

Gameplay zwischen Klettertour und Schusswechsel

Spielerisch bleibt Tomb Raider auch heute noch angenehm zugänglich. Das Grundgerüst ist klar: Klettern, erkunden, kämpfen, Rätsel lösen und neue Wege freischalten. Genau diese Mischung funktioniert auf der Switch 2 weiterhin richtig gut, weil das Spiel sehr flüssig strukturiert ist und kaum Leerlauf produziert.

Die Kletterpassagen sind nicht besonders komplex, aber sie geben dem Abenteuer einen guten Rhythmus. Dazu kommen Schießereien, die zwar kein Meisterwerk des Genres sind, sich aber solide und angenehm direkt anfühlen. Besonders auf der Switch 2 profitiert das Spiel davon, dass es unterwegs einfach schnell mal gestartet werden kann und sofort dieses typische „nur noch ein Abschnitt“-Gefühl erzeugt.

Weniger stark sind die klassischen Problemzonen des Reboots: Einige Quick-Time-Events wirken heute altbacken, manche Skriptmomente sehr vorhersehbar, und spielerisch gibt es kaum echte Überraschungen. Wer moderne Action-Adventures mit mehr Tiefe gewohnt ist, wird das spüren.

Technik auf der Switch 2

Der größte Pluspunkt dieser Version ist die Technik. Auf der Switch 2 läuft Tomb Raider: Definitive Edition deutlich runder, als man es vielleicht von einem älteren Port erwarten würde. Das Spiel macht visuell keinen schlechten Eindruck und profitiert enorm davon, dass die Hardware genügend Reserven für eine stabile Darstellung mitbringt.

Im Handheld-Modus ist das Erlebnis besonders stark, weil die kompaktere Bildgröße kleinere Schwächen in der Grafik besser kaschiert. Texturen, Beleuchtung und Details wirken zwar nicht auf dem Niveau aktueller High-End-Versionen, aber das Gesamtbild bleibt sauber und atmosphärisch. Vor allem Ladezeiten und allgemeine Stabilität machen einen guten Eindruck.

Natürlich sieht man dem Spiel an, dass es kein modernes AAA-Showcase mehr ist. Einige Assets sind schlicht alt, manche Animationen wirken steif, und auch die Gesichtsanimationen haben nicht mehr den ganz großen Glanz. Für einen Port dieser Art ist das aber insgesamt absolut ordentlich.

Warum das Spiel heute noch funktioniert

Der eigentliche Trumpf von Tomb Raider ist bis heute sein Tempo. Das Spiel weiß ziemlich genau, wann es klettern, wann es kämpfen und wann es Luft holen muss. Dadurch entsteht ein Abenteuer, das nie komplett in sich zusammenfällt, selbst wenn einzelne Elemente nicht mehr ganz frisch wirken.

Gerade als Einstieg in die neuere Lara-Croft-Ära ist das Spiel weiterhin interessant. Es hat mehr Zugänglichkeit als die alten Teile und mehr Charakter als viele generische Actiontitel. Die Mischung aus Survival, Kinofeeling und klassischem Abenteuer ist auch 2026 noch gut spielbar.

Dass die Switch 2-Version dabei technisch ordentlich läuft, ist ein echter Bonus. Denn so kann man sich stärker auf das Spiel selbst konzentrieren, statt auf Framerate-Einbrüche oder grobe Umsetzungsfehler.

Fazit

Tomb Raider: Definitive Edition ist auf der Switch 2 eine gute Wahl für alle, die Lara Crofts Reboot-Abenteuer portable erleben wollen. Das Spiel ist atmosphärisch stark, spielerisch immer noch solide und technisch überraschend sauber umgesetzt.

Wer es zum ersten Mal spielt, bekommt hier ein spannendes Action-Adventure mit viel Abenteuergefühl und brauchbarer Inszenierung. Wer es schon kennt, findet keine radikale Neuerfindung, aber eine Version, die sich im Alltag wirklich angenehm spielen lässt.

Unterm Strich ist das ein gelungener Port eines weiterhin unterhaltsamen Klassikers, auch wenn die Story und einige Designentscheidungen inzwischen sichtbar Patina angesetzt haben.